Veranstaltung in Duisburg läuft derzeit noch weiter
Unglück bei der Loveparade in Duisburg: Nach Angaben der Polizei gab es vor einem Eingang zum Gelände eine Massenpanik, dabei gab es mindestens 15 Tote. 1,4 Millionen Raver kamen dieses Jahr laut Organisatoren zur Loveparade.
Vor dem Eingang zum Gelände sei es bei den Wartenden im einem Tunnel zur Panik gekommen. Unter den Toten befänden sich neun Frauen und sechs Männer, sagte Polizeisprecher Jürgen Kiskemper. 150 Menschen wurden verletzt. Die Rettungskräfte versuchten, zehn bewusstlose Verletzte wiederzubeleben.
Die Loveparade wird nach dem Unglück nicht abgebrochen, um eine mögliche weitere Panik zu verhindern. "Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden", erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden aber inzwischen geöffnet. Zahlreiche Besucher nutzen bereits die Gelegenheit.
Autobahn als Rettungsweg
Die Autobahn wird als Rettungsweg benutzt. Die A59 sei für den Verkehr gesperrt worden, berichtete der WDR. Im Fernsehen war auch zu sehen, wie Notzelte auf der Autobahn 59 aufgebaut wurden. Auf der Autobahn reihten sich auch Hubschrauber auf. Die Feuerwehr stand in Alarmbereitschaft.
In Duisburg fahren nach der Katastrophe bei der Loveparade wieder einige Züge. Erste Züge hätten sich wieder in Bewegung gesetzt, sagte Bahnsprecher Udo Kampschulte gegen 19 Uhr am Samstagabend. Man versuche nun, nach und nach die Loveparade-Besucher aus der Stadt zu fahren. Die Züge würden allerdings nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren.
Augenzeuge: Haben Polizei noch gewarnt
Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik haben Augenzeugen die Polizei vor der Gefahr gewarnt. "Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen", sagte der 21-jährige Raver Fabio. "Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter." Einige seien über Zäune und eine Leiter geklettert.
"Wir sind danach durch den Tunnel zurück. "Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei aber erst einmal nichts. "Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt."
1,4 Millionen Raver in Duisburg
Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, der Verantaltungsort sei wegen Überfüllung geschlossen worden. An der Loveparade nahmen nach Angaben der Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teil.
Die Bundespolizei war mit über 1200 zusätzlichen Polizeibeamten im Einsatz, um den Besuchern einen sicheren Weg vom Bahnhof zum Partygelände zu ermöglichen. Zu einem Besucherstau kam es vor dem alten Güterbahnhof. Teilweise ging gar nichts mehr - die wartenden Raver mussten sich gedulden. Der Hauptbahnhof musste zeitweise wegen übermütiger Besucher auf den Gleisen gesperrt werden. Besonders in Sonderzügen wurde schon vor der Veranstaltung reichlich getrunken.
Seit 2007 im Ruhrgebiet
Die Loveparade gilt als eine der wichtigsten und größten Veranstaltung zur "Ruhr.2010" im Kulturhauptstadtjahr. Cheforganisator Fritz Pleitgen mischte sich unter die Tänzer und denkt schon an eine Dauereinrichtung. "Ich hoffe, die Loveparade wird im Ruhrgebiet jetzt auch heimisch", sagte er in die Kameras.
Die Raver-Parade war 1989 in Berlin gegründet worden und ist 2007 in Ruhrgebiet gezogen. 2009 hatte die Stadt Bochum kein geeignetes Gelände gefunden. Im Sommer 2011 soll die Loveparade in Gelsenkirchen Station machen.
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